Das Anschreiben wird an den Empfänger gerichtet. Es ist das Erste, was der potenzielle Arbeitgeber liest. Deswegen muss auf Anhieb erkennbar sein, dass es sich bei Ihrem Schreiben um eine Bewerbung um die ausgeschriebene Arbeitsstelle handelt. Er macht sich einen erstes Bild von Ihnen und vergleicht die ausgeschriebenen Anforderungen mit Ihrem Profil. Deswegen muss er sofort erkennen können, Sie besitzen viele Fertigkeiten, die der gewünschte Kandidat hat.

Das Anschreiben sollte anschaulich gestaltet sein, um das Interesse des Arbeitsgebers zu wecken damit er Ihre Bewerbung weiter liest. Ihre persönlichen und fachlichen Stärken sollten herausstechen. Erwähnen Sie Ihre bisherigen Tätigkeiten und Beschäftigungen, jedoch nur die wesentlichen.

 

Die Form des Anschreibens:

Es beinhaltet eine DIN A4 Seite, bestehend aus Anschreibekopf und Anschreibetext. Zu beachten sind dabei die Grundlagen der DIN 5008.

  • Standards:
    • Seitenrand
      • links: 24,1 mm
      • rechts: > 8,1 mm
      • unten: 16,9 mm
      • oben: 16,9 mm
    • Schrift
      • Standardschriftarten (Arial oder Times New Roman)
      • Schriftgröße 12 Punkt mit Silbentrennung

 

Der Anschreibekopf enthält Adressen des Absenders und Empfängers, das Datum, den Betreff und die Anrede.

Die Absenderadresse steht als Block oben links. Sie enthält:

  • Name
  • Straße & Hausnummer
  • Postleitzahl & Ort
  • Telefonnummer
  • ggf. private Email

 

Das Datum schreiben Sie in die Zeile in der Ihr Name steht, aber rechtsbündig. Es sollte der Tag sein, an dem Sie höchstwahrscheinlich Ihr Bewerbungsschreiben absenden. Die Angabe erfolgt numerisch (28.06.2008 bzw. 2008-06-28) oder alphanumerisch (28. Juni 2008). Bei einstelligen Ziffern eine Null davor!

Die Empfängeradresse kommt nach der Absenderadresse. Vier Leerzeilen dazwischen frei lassen! Die Adresse finden Sie meist in der Anzeige. Wenn nicht, dann versuchen Sie eine Personalabteilung oder einen Ansprechpartner telefonisch heraus zu bekommen. Die Empfängeradresse enthält:

• Name des Unternehmens

• Abteilung bzw. Personalverantwortlicher

• Straße & Hausnummer bzw. Postfach

• Postleitzahl & Ort

 

Es folgt der Betreff. Wieder Vier Leerzeilen frei lassen! Er sollte kurz und präzise sein, höchstens ein bis zwei Zeilen, denn er soll nur einen Bezug zur Anzeige herstellen. Beispielsweise:

" Bewerbung als ... / Ihre Annonce vom ... in ...".

Falls im Voraus ein Telefonat stattgefunden hat, stellen Sie Bezug dazu her, indem Sie in der folgenden Zeile schreiben:

" Mein Telefonat mit ... vom ... ".

Um Beides voneinander zu unterscheiden benutzen Sie unterschiedliche Formatierungen.

Danach zwei Zeilen frei lassen, denn dann beginnt die Anrede.

Beispielsweise:

" Sehr geehrte(r) Frau/ Herr ... ".

Auf keinen Fall den akademischen Titel vergessen!

Sofern Ihnen Ihr Ansprechpartner nicht bekannt ist,

verwenden Sie:

" Sehr geehrte Damen und Herren".

Danach eine Leerzeile frei lassen. Es folgt der Anschreibetext.

Der Anschreibetext beginnt mit einem Einleitungssatz, darauf folgt der Hauptteil und er endet mit einer Grußformel.

Der Einleitungssatz ist kleingeschrieben und nicht länger als ein Absatz mit zwei bis drei Sätzen. Erwähnen Sie die Stelle, für die Sie sich bewerben, die dazugehörigen Aufgabenbereiche und zählen Sie Ihre Fähigkeiten stichwortartig auf. Bitte kein Standardanschreiben anfertigen. Es sollte an die jeweilige Stellenanzeige angepasst werden!!!

Der erste Satz sollte eine interessante Einleitung sein, die Ihr Interesse an der Stelle hervorhebt. Beispielsweise:

" Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige vom ... gelesen ... ".

Danach muss ein persönlicher Bezug zur Stellenanzeige hergestellt werden wie zum Beispiel:

" Deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen. "

Gut ist auch, wenn Sie ein vorheriges Telefonat oder einen Emailkontakt anführen können. Zeigen Sie ihre Ambitionen, warum genau Sie die Stelle wollen!!!

Bitte keine langweiligen Einleitungen, wie " Hiermit bewerbe ich mich bei ihnen ... "! Diese Phrasen sind altmodisch.

Der Hauptteil des Anschreibetextes enthält Ihren persönliche Laufbahn, sowie Ihre Fähig- und Fertigkeiten. Hier sind Ihre Notizen zur Analyse der Stellenanzeige wieder eine kleine Hilfe, denn Sie müssen ausführlich auf die erwarteten Anforderungen eingehen!

Wichtig sind kurze und aussagekräftige Sätze. Kein Rumgeplänkel! Das ist uninteressant und langweilt den Leser schnell. Um keine überflüssigen Informationen zu geben, lesen Sie besser jeden Satz nachdem Sie Ihn beendet haben. Überprüfen Sie, ob er eine neue für die angestrebte Arbeitsstelle bedeutsame Information vermittelt. Beschreiben Sie Ihre bisherigen Tätigkeiten. Diese nicht bewerten!

Starten Sie am besten mit Ihrer Ausbildung oder dem Studium:

" Meine Berufsausbildung zum … (Berufsbezeichnung) habe ich im ... (Monat/Jahr) erfolgreich abgeschlossen. "

Darauf folgen Ihre Interessen, Ihre Kenntnisse, Ihre Fähigkeiten und Ihre Qualifikationen, jedoch nur insofern sie relevant sind. Erklären Sie, warum ausgerechnet Sie besonders geeignet sind für diese Stelle! Dabei die richtige  Wortwahl beachten und möglichst nur Aktiv-Verben benutzen! Beispiele:

                               besser:                                                                                         anstatt:

" ... eignete ich mir an. "                           ↔                       " … wurden mir vermittelt. "

oder

 " … sammelte ich. "                   ↔                       " ... konnte ich sammeln. "

Ein neuer Absatz folgt immer nach drei Sätzen. Versuchen Sie zu allen Anforderungen Bezug zu nehmen. KEINE Übertreibungen und wie auch KEINE Einschränkungen! Wenn möglich ein bis zwei zusätzliche Fertigkeiten, die in dem Stellenangebot nicht ausgeschrieben dennoch nützlich sind, hinzufügen.

Nachfolgend erläutern Sie Ihre aktuelle Tätigkeit und wie Sie sich Ihren künftigen Beruf vorstellen. Auch eigene Wünsche sind von Bedeutung und somit anzubringen.

Abschließend folgt ein Abschlusssatz, indem Sie ein Vorstellungsgespräch mit einbeziehen. Dieser ist wiederum auf die Stellenausschreibung abgestimmt und sollte auch hier keine Standardphrase sein. Eine übliche Formulierung ist:

" Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freue ich mich.".

Möglichkeitsformen wie " ... würde ich mich freuen" unterlassen, denn sie schwächen Ihren Entschluss ab. Aber auch zu forsche Formulierungen wie "Wann darf ich mich bei Ihnen vorstellen?" vermeiden. Diese setzen den Ansprechpartner unter Umständen unter Druck und wirken schnell arrogant.

Nach einer weitern Leerzeile hängen Sie eine Grußformel an. Eine gebräuchliche ist: "Mit freundlich Grüßen". Es folgt Ihre Unterschrift. Somit bezeugen Sie die Korrektheit Ihrer Angaben.

 

Zusätzliche Angaben:

Gehaltsfrage:

Wünscht die Firma von Ihnen ein Angebot des Gehalts, so formulieren Sie Ihre Vorstellungen am Ende des Anschreibens. Fassen Sie nochmals in wenigen Worten die bedeutsamsten Anforderungen an die ausgeschriebene Stelle zusammen und nachstehend folgen klare Einkommensvorstellungen. Ziehen Sie immer das Brutto-Jahresgehalt in Betracht.  NICHT den kleinsten gemeinsamen Nenner! Beispielsweise:

 " Meine Gehaltsvorstellung  liegt bei 33 000,- Euro brutto im Jahr."

Als Ansatzpunkt für die Bestimmung Ihres gewünschten Gehalts, müssen Sie vorerst Ihr derzeitiges Jahresgehalt errechnen.

Wichtig sind dabei auch andere geldwerte Vergünstigungen, wie: zusätzliche finanzielle Leistungen, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Zahlungen von Fort- und Weiterbildungen, Bereitstellung eines Dienstwagens, Fahrtkostenerstattung, zusätzliche Versicherungen, Firmenrabatte, Aktienoptionen, Beteiligungen etc.

Sind Sie Sich bei diesen geldwerten Vergünstigungen nicht sicher, verwenden Sie zur Grundlage einer Verhandlung Gehaltsspannen. Beispielsweise:

 " Meine Gehaltsvorstellung liegt zwischen 33 000,- und 40 000,- brutto im Jahr."

Daraufhin müssen Sie herausfinden, welche Höhe die üblichen Einkommen für die erstrebte Position überhaupt betragen.  Magazine und das Internet helfen bei  der Recherche.

Der künftige Lohn wird erst einmal pauschal ca. 10 bis 15 % über dem aktuellen Lohn angesetzt, vergleichbar mit einer Erfolgsstufe. Vergessen Sie nicht zusätzliche Kostenpunkte, die zum Arbeitsbeginn entstehen, wie zum Beispiel Mietpreise oder Fahrtkosten.

 

Kündigung

Hier ist es von Vorteil, wenn Sie KEINE festgelegten Zeiträume angeben. Besser Sie formulieren eine allgemeine Form. Beispielsweise:

" Ein kurzfristiger Beginn ist möglich."

 

Anlagen:

Es steht Ihnen frei jegliche Anlagen (Lebenslauf, Lichtbild, u. a. ) anzuführen.
Diese werden untereinander aufgelistet, wobei die Reihenfolge deckungsgleich mit der, in der Bewerbungsmappe sein muss.

Je nach freiem Platz kommt die Aufzählung entweder zwei Zeilen unter Ihre Unterschrift, oder rechtsbündig in der Zeile der Grußformel. Eine andere Möglichkeit ist, dass es als Hinweis "Anlagen" unterhalb der Unterschrift angezeigt wird.

 

Zusammenfassung zum Anschreiben

  • Berücksichtigung des formalen Aufbaus des Anschreibens
  • Anpassen des Anschreibens an die gestellten Anforderungen des Unternehmens (Kein vorgefertigtes Standardschreiben anfertigen!)
  • Keine Standardaussagen oder Phrasen wie "Ich interessiere mich für die Stelle"
  • "kreative" Bewerbungsschreiben sind nur in bestimmten Branchen erwünscht
  • Angabe der Position für die beworbene Arbeitsstelle im Betreff (wenn möglich mit Bezugsquelle)
  • Adressierung an konkreten Empfänger
  • Einbeziehung jeder Anforderung des Unternehmens (das erfordert eine genaue Auswertung der Stellenanzeige)
  • Anführen von zusätzlichen brauchbaren Qualifikationen
  • Unterstreichen persönlicher und fachlicher Stärken und Kompetenzen
  • Erläutern Ihrer bisherigen Tätigkeiten und Qualitäten, ohne zu bewerten
  • Mitteilen aller verlangten Informationen auch Gehaltsaussagen, potenzieller Arbeitseinstieg etc.
  • Kein Druck auf den Ansprechpartner ausüben in der Grußformel